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Vakuumsauger für Holz, Glas und Metall – wo die Unterschiede liegen

Holz, Glas und Metall werden alle drei mit Vakuum gespannt – und trotzdem sind die Sauger nicht austauschbar. Dieser Artikel erklärt, worin sich die drei Welten wirklich unterscheiden, warum der Holzsauger zwei Vakuumkreise braucht und der Metallsauger nur einen, und woran Sie erkennen, welche Bauart zu Ihrer Maschine gehört.

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Der Unterschied liegt nicht dort, wo man ihn vermutet

Vakuumspannen sieht bei Holz, Glas und Metall auf den ersten Blick gleich aus: ein Klotz auf dem Tisch, eine Gummifläche obendrauf, ein Schlauch dran. Tatsächlich unterscheiden sich die drei Welten grundlegend – und zwar nicht dort, wo die meisten es vermuten.

Der wichtigste Unterschied liegt nicht in der Saugkraft, sondern in der Frage, wie der Sauger selbst auf dem Tisch gehalten wird. Daraus folgt fast alles Übrige: die Zahl der Vakuumkreise, die Bauhöhe, die Dichtung und die Art, wie gerüstet wird.

Wie der Sauger auf dem Tisch gehalten wird

Holz – der Sauger sitzt auf einer Konsole

Ein Konsolentisch besteht aus verfahrbaren Trägern. Der Sauger wird auf eine Konsole gesetzt und dort von Vakuumkreis 1 festgehalten. Kreis 2 spannt das Werkstück. Der Sauger lässt sich verschieben und ausrichten, ohne dass er verrutscht, und das Werkstück lässt sich wechseln, ohne die Rüstung aufzulösen.

Glas – der Sauger steht frei auf dem Glatttisch

Glasbearbeitungszentren haben keinen Konsolentisch, sondern eine durchgehende glatte Tischplatte. Der Blocksauger hat deshalb oben und unten je eine Saugplatte mit eigenem Reibbelag und eigener Dichtung: Die untere hält ihn über einen eigenen Vakuumkreis auf dem Tisch fest, die obere hält die Scheibe. Angeschlossen wird über zwei Schlauchanschlüsse.

Metall und Kunststoff – der Sauger wird verschraubt

Hier fällt der zweite Vakuumkreis weg. Der Blocksauger wird mit Spannpratzen auf einem T-Nutentisch oder direkt auf einem Nullpunktspannsystem mechanisch fixiert. Das Vakuum hält nur noch das Werkstück – dafür mit deutlich höheren Kräften.

Die drei Bauarten im Vergleich

Holz Glas Metall & Kunststoff
Maschinentisch Konsolentisch Glatttisch T-Nutentisch, Nullpunktspannsystem
Sauger wird gehalten von Vakuumkreis 1 auf der Konsole eigenem Vakuumkreis über die untere Saugplatte Spannpratzen oder Nullpunktbolzen
Vakuumkreise am Sauger 2 2 (zwei Schlauchanschlüsse) 1, nur zum Werkstück
Baureihe im Bestand Schmalz VCBL-K2 / VCBL-K2-PRO Schmalz VCBL-GL Schmalz CMB-HD
Werkstoff porös und luftdurchlässig gasdicht, spiegelglatt, oberflächenempfindlich gasdicht, unempfindlich, hohe Zerspankräfte
Dichtung weiche Dichtlippe, Auflagegummi teils mit Moosdichtkante Dichtring mit 3-fach-Dichtlippe, auf Glas abgestimmt wechselbare flexible Dichtung
Typische Bauhöhe 100 mm 90, 105 oder 120 mm 69 mm
Haltekraft ergibt sich aus Fläche und Vakuum; abhängig von Porosität und Oberfläche wie Holz von Fläche und Vakuum abhängig, bei dichter Oberfläche aber gut ausnutzbar im Datenblatt beziffert – etwa 905 N Spannkraft und 362 N Querkraft bei D120
Besonderheiten Tastventil (TV), Ausrichtung längs (L), quer (Q), drehbar (D-360) Reibbelag mehrfach direkt auf der Maschine nachkalibrierbar abnehmbare Werkstückanschläge, Anschluss-Set mit Manometer, 5-Seiten-Bearbeitung

Was der Werkstoff mit dem Vakuum macht

Werkstoff Was für die Spanntechnik daraus folgt
Holz und Holzwerkstoffe Holz ist luftdurchlässig. Spanplatte, MDF und offenporige Massivhölzer ziehen ständig Luft durch das Material. Deshalb zählt hier weniger das erreichbare Vakuum als der Volumenstrom der Pumpe: Sie muss die nachströmende Luft dauerhaft wegschaffen. Ein Sauger, der auf lackierter Oberfläche bombenfest hält, kann auf roher Spanplatte deutlich schlechter arbeiten – das liegt nicht am Sauger.
Glas Glas ist gasdicht und spiegelglatt. Das ist der Idealfall für die Abdichtung – aber auch der empfindlichste: Jede Verunreinigung unter der Dichtlippe zeichnet sich auf der Scheibe ab, und Glas verzeiht keine punktuelle Belastung. Deshalb die abgestimmte Mehrfach-Dichtlippe und die vergleichsweise großen, gleichmäßigen Auflageflächen.
Metall und Kunststoff Beides ist gasdicht wie Glas, aber unempfindlich gegen Markierungen. Der begrenzende Faktor sind die Zerspankräfte: Beim Fräsen von Aluminium wirken ganz andere Querkräfte als beim Nutfräsen in Spanplatte. Deshalb sind hier Spann- und Querkraft im Datenblatt beziffert, der Grundkörper besteht aus Aluminium und der Reibbelag aus Elastomer.

Holz: Konsolensauger mit zwei Kreisen

Die verbreitetste Bauform an CNC-Bearbeitungszentren von HOMAG, WEEKE, IMA und Felder – Blocksauger und Schmalteilsauger für den Konsolentisch.

Vollständig: Sauger für 2-Kreis-Konsolentische · alle Vakuumsauger · Reibbeläge und Saugplatten. Wie das 2-Kreis-System im Detail funktioniert, steht im Artikel Vakuumsauger für Konsolentische.

Glas: Blocksauger für den Glatttisch

Oben und unten je eine Saugplatte mit eigenem Reibbelag und eigener Dichtung. Der Dichtring mit 3-fach-Dichtlippe ist auf die Glasoberfläche abgestimmt, der Reibbelag lässt sich mehrfach direkt auf der Maschine nachkalibrieren.

Vollständig: Vakuum – Glasbearbeitung · Schmalz Glas. Die Baureihe VCBL-GL gibt es rund in D90, D120 und D150 sowie eckig in 100×40, 100×70, 100×100 und 200×200 – jeweils in mehreren Bauhöhen.

Metall und Kunststoff: mechanisch gespannt, einkreisig

Der CMB-HD wird mit Spannpratzen auf dem T-Nutentisch oder direkt auf einem Nullpunktspannsystem befestigt. Weil das Werkstück rundum frei liegt, ist eine 5-Seiten-Bearbeitung in einer Aufspannung möglich.

Vollständig: Vakuum – Metallbearbeitung · Vakuum – Kunststoffbearbeitung · Schmalz Metall.

Was für alle drei gilt

Grundsatz Warum er zählt
Der Reibbelag trägt die Querkraft Das Vakuum drückt das Werkstück nur nach unten. Gegen seitliches Verschieben hilft allein die Reibung. Deshalb hat jede Bauart einen kalibrierten Reibbelag – und deshalb ist ein angefräster oder ausgehärteter Belag ein echtes Problem, kein Schönheitsfehler.
Verschleißteile sind einzeln tauschbar Saugplatte, Auflagegummi und Dichtring gibt es bei allen drei Bauarten separat. Wer bei nachlassender Haltekraft gleich den ganzen Sauger ersetzt, zahlt meist zu viel.
Nachkalibrieren statt tauschen Bei den Glassaugern ist die Profiltiefe des Reibbelags so ausgelegt, dass er sich mehrfach direkt auf der Maschine nachkalibrieren lässt. Auch bei Konsolensaugern ist Planfräsen des Belags gängige Praxis.
Nebenluft ist der häufigste Fehler Hält ein Sauger nicht mehr, liegt es selten am Vakuumerzeuger. Meist zieht er Nebenluft – über eine eingeschnittene Auflage, eine harte Dichtlippe oder, bei Konsolensaugern, über die Unterseite zur Konsole.

Häufige Fragen

Grundlagen

Warum braucht ein Holzsauger zwei Vakuumkreise, ein Metallsauger nur einen?
Weil der Holzsauger sich selbst festhalten muss. Auf dem Konsolentisch steht er lose auf der Konsole; Kreis 1 zieht ihn dort fest, Kreis 2 spannt das Werkstück. Beim Metallsauger übernimmt die mechanische Befestigung – Spannpratzen oder Nullpunktspannsystem – diese Aufgabe, deshalb bleibt nur ein Kreis für das Werkstück.
Und warum hat der Glassauger dann auch zwei?
Weil er auf einem Glatttisch steht und dort nichts hat, woran er sich festhalten könnte. Er löst das wie der Holzsauger, nur ohne Konsole: Die untere Saugplatte hat eigenen Reibbelag und eigene Dichtung und hält ihn über einen eigenen Kreis auf der Tischplatte.
Was ist ein Glatttisch?
Eine durchgehende, ebene Tischplatte ohne verfahrbare Konsolen. In der Glasbearbeitung ist das die übliche Bauart, weil die Scheibe großflächig aufliegen soll und die Sauger frei positioniert werden.
Was bedeutet „RB" bei CMB-HD D120x69 RB?
RB steht für Reibbelag. Der Bestellschlüssel der Reihe lautet CMB – HD – Baugröße – Höhe – Zusatzfunktion, also zum Beispiel CMB-HD-D120-69-RB.
Was heißt „HD"?
Heavy Duty – die verstärkte Bauform für die Metall- und Kunststoffbearbeitung.

Passt das an meine Maschine?

Kann ich einen Holzsauger auf Glas verwenden?
Technisch hält er, aber es ist keine gute Idee. Die Dichtung eines Konsolensaugers ist auf poröse Werkstoffe ausgelegt, nicht auf eine markierungsempfindliche Glasoberfläche. Und ohne Konsole fehlt ihm die Abstützung nach unten – auf einem Glatttisch hat er nichts, woran er sich halten kann.
Kann ich einen Glassauger für Holz nehmen?
Auf einem Glatttisch grundsätzlich ja, sofern das Werkstück dicht genug ist. Bei roher Spanplatte oder MDF zieht die poröse Oberfläche jedoch so viel Nebenluft, dass die für Glas ausgelegte Dichtung ihren Vorteil verliert. Auf einen Konsolentisch passt er ohnehin nicht.
Passt der CMB-HD auf jeden T-Nutentisch?
Er wird mit Spannpratzen befestigt, das ist unabhängig vom Nutraster. Entscheidend ist, ob Ihre Pratzen und Ihr Nutmaß zusammenpassen und ob Sie eine Vakuumversorgung am Tisch haben. Alternativ lässt er sich direkt auf ein Nullpunktspannsystem setzen.
Woran erkenne ich, welche Bauhöhe ich brauche?
Messen Sie den vorhandenen Sauger von der Tischauflage bis zur Werkstückauflage. Bei Konsolensaugern für Holz sind 100 mm der Regelfall, bei den Glassaugern gibt es 90, 105 und 120 mm – die Höhe muss zur Maschine passen, sonst stimmen die Z-Werte im Programm nicht.
Was bedeuten L, Q und D-360 bei den Konsolensaugern?
Die Ausrichtung des Sauggummis zur Konsole: L längs, Q quer, D-360 drehbar. Bei der Ergänzung TV ist zusätzlich ein Tastventil verbaut, das Kreis 2 erst öffnet, wenn ein Werkstück aufliegt – so saugen freie Sauger nicht mit.
Mein Sauger trägt eine Felder-Nummer. Bekomme ich Ersatz?
Ja. Viele dieser Sauger sind Schmalz-Bauformen, die Felder unter eigener Nummer führt – 300-05-911 entspricht etwa Schmalz 10.01.12.00447. Wir gleichen beide Nummernkreise ab; nennen Sie einfach die Nummer, die Sie haben.

Haltekraft und Praxis

Warum steht bei Holzsaugern keine Haltekraft im Datenblatt?
Weil sie nicht konstant ist. Sie hängt von Porosität, Oberfläche, Feuchte und vom Volumenstrom der Anlage ab. Bei Glas und Metall ist die Oberfläche dicht und definiert – dort lässt sich eine Kraft sinnvoll angeben, etwa 905 N Spannkraft und 362 N Querkraft beim CMB-HD D120.
Was ist der Unterschied zwischen Spannkraft und Querkraft?
Die Spannkraft zieht das Werkstück senkrecht auf die Auflage. Die Querkraft ist das, was seitlichem Verschieben entgegenwirkt – und die ist deutlich kleiner, weil sie allein aus der Reibung des Belags kommt. Beim Zerspanen ist meist die Querkraft die kritische Größe.
Der Sauger hält nicht mehr richtig. Woran liegt es?
In dieser Reihenfolge prüfen: Auflagegummi eingeschnitten, ausgehärtet oder vom Fräser angeschnitten? Dichtlippe hart oder verformt? Bei Konsolensaugern zusätzlich die Unterseite zur Konsole. Erst danach lohnt der Blick auf Pumpe und Leitungen.
Wie oft muss der Auflagegummi getauscht werden?
Das hängt vom Einsatz ab. Ein Belag, der regelmäßig angefräst wird, ist schneller hinüber als einer, der nur trägt. Wechseln sollten Sie ihn, wenn er sichtbar eingeschnitten ist, hart geworden ist oder das Werkstück sich von Hand verschieben lässt.
Kann ich den Reibbelag nacharbeiten statt ihn zu tauschen?
Bei den Glassaugern der VCBL-GL-Reihe ist genau das vorgesehen: Die große Profiltiefe erlaubt mehrfaches Nachkalibrieren direkt auf der Maschine. Auch Konsolensauger werden in der Praxis planbearbeitet – wichtig ist, dass danach alle Sauger einer Aufspannung wieder auf gleicher Höhe stehen.
Warum ist mein Vakuum im Winter schlechter?
Meist nicht die Jahreszeit, sondern die Holzfeuchte und die Oberfläche. Trockenes, offenporiges Material zieht mehr Nebenluft. Prüfen Sie außerdem Kondensat in Leitungen und Filter der Vakuumpumpe.

Auswahl und Zubehör

Welche Größe soll ich nehmen?
So groß wie möglich, so klein wie nötig: Große Auflagefläche bedeutet mehr Haltekraft, aber auch mehr Störkontur für das Werkzeug. Bei kleinen Teilen sind Schmalteilsauger die bessere Wahl, bei großen Platten mehrere große Sauger verteilt statt vieler kleiner.
Brauche ich für Glas zwingend runde Sauger?
Nein. Die VCBL-GL-Reihe gibt es rund (D90, D120, D150) und eckig (100×40, 100×70, 100×100, 200×200). Rund verteilt die Kraft gleichmäßiger, eckig kommt näher an Kanten heran.
Was brauche ich zusätzlich zum CMB-HD?
Eine Vakuumversorgung. Schmalz bietet dazu Anschluss-Sets mit Manometer sowie eigene Vakuum-Erzeuger an; außerdem gibt es abnehmbare Werkstückanschläge für wiederholgenaues Positionieren. Sprechen Sie uns an, wenn Sie das Zubehör dazu brauchen.
Gibt es die Sauger auch gebraucht?
Konsolensauger für Holz führen wir sowohl neu als auch geprüft gebraucht. Die Glas- und Metallsauger im Bestand sind Neuware.
Ich habe nur eine Nummer. Reicht das?
In aller Regel ja. Schmalz-Nummern haben die Form 10.01.12.00447, HOMAG-Nummern die Form 2-056-17-0920. Beide sind bei uns erfasst und einander zugeordnet – schlagen Sie unter Ersatzteilnummern nach oder schicken Sie uns die Nummer.

Weiterlesen in der Wissensdatenbank: Vakuumsauger für Konsolentische – das 2-Kreis-System · CNC-Winkelaggregate & Winkelköpfe · Bohrgetriebe & Bohrköpfe

Nummer statt Bezeichnung? HOMAG Aggregate & Mechanik · IMA · alle Nummernverzeichnisse

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